Zeitungsbericht zur Uniformierung der Musig Lenggenwil

Traditionell, mit modernem Touch – 36 Mitglieder der Musig Lenggenwil erhalten neue Uniform

Noch wissen erst die Musikantinnen und Musikanten, wie ihre neue Uniform aussieht. Die Bevölkerung wird die Vereinsbekleidung in der Festwoche von «TOPof19» zu Gesicht bekommen.
(pd) Mit Ausnahme der Musikantinnen und Musikanten von Lenggenwil weiss noch niemand, wie die neue Uniform aussehen wird. Caroline Wiget, die den Vorsitz der Uniformenkommission übernommen hat, setzte sich schon seit längerem damit auseinander, was bei einer Neuanschaffung alles zu beachten ist. Sie hat deshalb ein Team um sich versammelt, dass sie in ihrer Arbeit unterstützt. Damen und Herren, die fachliche Qualifikationen mitbringen oder die als langjährige Musikanten den Verein gut kennen. «Wir waren ein gutes Team», sagt Caroline Wiget, «die Auswahl war zwar nicht einfach, aber wir haben alle gewusst, dass dies unsere Uniform sein wird.»

Farbe gab Anlass zu Diskussionen

«Eine traditionelle Uniform mit einem modernen Touch», das ergab die Umfrage im Verein, wie die neue Einkleidung aussehen soll. Mit diesem Auftrag machte sich die Kommission an die Arbeit. Im Atelier Büttiker im luzernischen Pfaffnau wurden Wiget und ihr Team fündig. Mit Hilfe von Markus Büttiker, der die Firma in der zweiten Generation führt, stellte die Uniformenkommission vier Modelle zusammen, die sie anschliessend den Vereinsmitgliedern präsentierte.

Nach einer längeren Diskussion – hauptsächlich über die Farbe – und zwei Abstimmungen entschied sich der Verein mit einer grossen Mehrheit für das Modell, in dem sich die Musig Lenggenwil künftig zeigen wird. Caroline Wiget sagt: «Die gewählte Uniform war auch mein Favorit.»

Jede Uniform ein Unikat

Nun galt es für Markus Büttiker und sein Team, die Uniformen für die 36 Aktivmitglieder des Vereins sowie fünf Modelle mit Zwischengrössen herzustellen. Dies geschah in Pfaffnau. Die Büttiker AG ist eine von zwei Uniformen-Firmen schweizweit, die noch im Inland produziert. Sie beschäftigt zwölf Angestellte. Der gelernte Damenschneider und Industrieschneider hat sich auf Uniformen spezialisiert und bietet nun ein Nischenprodukt an.

«Jede Uniform ist ein Unikat», sagt Büttiker. Die Verantwortlichen der Vereine gestalten bei ihm im Atelier die Modelle aus vielen Einzelteilen. In den Regalen befinden sich Kragen und Manschetten in allen Formen und Farben, an den Kleiderständern hängen Vestons, Gilets und Hosen in vielen Variationen, in einem Gestell lagern Hutmodelle.

«Das Schwierigste ist, der Uniform ein Gesicht zu geben, das macht meine Arbeit aus», erklärt Büttiker und zeigt auf die Kragenpartie, die Verzierungen und Stickereien. Die Ideen dafür entwickelt er aus den Gesprächen mit den Kunden. Nur der Hut entsteht nicht in Pfaffnau, der wird im aargauischen Hägglingen, in der einzigen Hutmacherei der Schweiz, produziert.

Preise zwischen 1200 und 4000 Franken

Die Preise einer Uniform aus Büttikers Atelier variieren zwischen 1200 und 4000 Franken. Jene der Musig Lenggenwil kostet 1900 Franken – insgesamt rund 85’000 Franken. Darin enthalten ist auch Reservestoff und Büttikers Service. In einem Jahr wird er nochmals vor Ort Anpassungen vornehmen. Der Preis rechtfertige sich, weil jedes Vereinsmitglied eine auf Mass geschneiderte Uniform erhalte, sagt Caroline Wiget.

Zudem müsse berücksichtigt werden, dass es eine längerfristige Anschaffung sei. Markus Büttiker doppelt nach: «Eine Uniform bedarf einer anderen Haltbarkeit und somit einem anderen Kostenrahmen als übliche Textilien.»

Artikel vom Tagblatt 08.05.2019

2019-06-05T16:00:02+00:00
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