Zeitungsbericht Neuuniformierung der MG Richenthal-Langnau 11. September 2018

Im «Beeri-rot» auf zu neuen Taten

Nach dem Auftritt bei der Vereidigung der Schweizergarde in Rom stand für die Musikgesellschaft am vergangenen Wochenende ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr an: Die Neuuniformierung.

Blau, schwarz, rot oder grün? Mit oder ohne Kopfbedeckung? Das Fragen nach Hinweisen zur neuen Uniform erwies sich als zwecklos. Die Mitglieder der Musikgesellschaft Richenthal-Langnau schwiegen solidarisch. Das bestens gehütete Geheimnis wurde erst am letzten Samstagnachmittag gelüftet. Zu Fanfarenklängen zogen die Musikantinnen und Musikanten zu Beginn des Gottesdienstes im neuen Outfit in die Kirche ein und ernteten dabei tosenden Beifall.

Feierlicher Wortgottesdienst
Ein Mann mit Richenthaler Wurzeln – Diakon Martin Brunner, Direktor von Missio Schweiz – nahm in seiner Predigt Bezug auf einen Brief des Apostels Paulus an die Korinther. Nicht bloss der Leib bestehe aus vielen Gliedern, sondern auch ein Musikverein werde von unterschiedlichen Frauen und Männern, die verschiedene Instrumente spielen, gebildet. Dank gegenseitigem Respekt entstehe jene Harmonie in den eigenen Reihen, welche die Voraussetzung für gute Leistungen der Band darstelle. Die Uniform sei ein sichtbares Zeichen dieser Zusammengehörigkeit. Der Uniformsegen bewirke weder vermehrtes Üben noch eine Optimierung des Könnens von Musikantinnen und Musikanten, flachste er augenzwinkernd zu Dirigent Fabian Brudermann, der mit der Band den feierlichen Wortgottesdienst musikalisch umrahmte. Dabei bildete das von den beiden Solisten Luzia Zimmerli (Flügelhorn) und Beat Kneubühler (Euphonium) vorgetragene «Ave Maria» in einem speziellen Arrangement des Englischen Komponisten Howard Loriman einen Höhepunkt. Imposant ertönte zum Schluss der Feierstunde der «Florentiner Marsch», den der Tschechische Kapellmeister Julius Fucik im Jahre 1907 komponiert hat.

Erkennungsmerkmal «Beeri-rot»
Anschliessend legten Musikantinnen und Musikanten zu den Klängen des  «Langnauer Marsch» (Joseph Walter) und des «Richenthaler-Marsch» (Sales Kleeb) in strammem Schritt den Weg von der Kirche zum Schulhaus zurück. Beim anschliessenden Apéro, zu dem alle Gottesdienstbesucher geladen waren, spielte die Band zu einem Ständchen auf. Danach durften die einzelnen Mitglieder zahlreiche Gratulationen zur geglückten Wahl der neuen Uniform entgegennehmen. Diese wurde im Atelier Büttiker in Pfaffnau hergestellt. «Unser Ziel war es, eine auffällige Einheitskleidung anzuschaffen, damit wir uns auch in Menschenmengen – wie sie an Musikfesten anzutreffen ist – schnell erkennen», erklärte Luzia Zimmerli, die zusammen mit Christoph Koller dem Uniformen-Komitee vorstand. Dieses habe vier unterschiedliche Vorschläge ausarbeiten lassen, aus denen die Vereinsmitglieder in geheimer Abstimmung wählen durften. Die Wahl fiel auf einen «Beeri-roten» Veston, dessen Stoff speziell so eingefärbt wurde, schwarze Hosen und eine passende Krawatte. «Ich finde den Entscheid zur auffälligen Farbe mutig – ich kann dazu nur gratulieren», sprach eine Festbesucherin aus, was viele andere dachten.

Jubel, Trubel, Heiterkeit
Vor dem Bankett in der voll besetzten Turnhalle wies OK-Präsident Joe Kneubühler auf den durchschlagenden Erfolg des Projektes «Chleidersammlig» hin. Dieses wurde von erfreulich vielen Sponsoren und Gönnern unterstützt, denen er herzlich dankte. Die Musikgesellschaft Richenthal-Langnau sei motiviert, weiter zur kulturellen Vielfalt in der Gemeinde beizutragen und den sozialen Zusammenhalt zu fördern. Einen weiteren Dank sprach auch Vereinspräsident Josef Emmenegger aus. Die Anschaffung einer neuen Uniform sei notwendig geworden, weil der Vorrat des alten Einheitskleides nicht mehr für alle Mitglieder ausgereicht hätte. Bewusst habe der Verein von der Organisation eines Grossanlasses abgesehen, um im kleinen Kreise mit all den Personen feiern zu können, die das Projekt «Chleidersammlig» grosszügigunterstützten. Emmenegger überreichte dem umsichtigen OK-Präsidenten einen mit Überraschungen gefüllten Mini-Container aus der Sammelaktion als Erinnerung an die fast drei Jahre dauernde Zusammenarbeit. Gemeindepräsident Hans Kunz überbrachte die Grüsse der Bevölkerung von Reiden und wünschte der Musikgesellschaft Richenthal-Langnau eine glückliche Zukunft. Im Verlaufe des Abends sorgte Stimmungskanone «Schösu» mit zwei Auftritten für tolle Stimmung, die mit den Auftritten des Quintetts «Mer isch gliich» noch aufgeheizt wurde. Für viele Festbesucher klang der Abend beim Oktoberfest im nahen Singsaal aus.

2018-09-15T19:30:08+00:00
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